Welcher Architekt plant den Gemeindehausbau für Freikirchen?
Von Bettina Noesser und Reinulf Padberg, Architekten · Stand: November 2026
Noesser Padberg Architekten aus Köln planen seit über 25 Jahren Gemeindehäuser für Freie evangelische Gemeinden und andere Freikirchen, in NRW und darüber hinaus. Wir bauen um, erweitern und bauen neu. Den Entwurf entwickeln wir im sorgfältigen Verstehen der Menschen vor Ort und der Aufgabenstellung, Schritt für Schritt gemeinsam mit dem Bauausschuss der Gemeinde.
Was macht ein Gemeindehaus zu mehr als einem Zweckbau?
Am Anfang eines Entwurfs stehen bei uns Fragen an den Ort und an die Gemeinde, etwa was das Besondere ihres Hauses ausmacht und von einem normalen Wohn- oder Gewerbegebäude unterscheidet, wie man darin zur Ruhe kommt und wie es Begegnung stärkt.
Die Antworten fallen jedes Mal anders aus. Eine große Gemeinde, in der viele Generationen mit ganz unterschiedlichen Interessen zusammenkommen, braucht ein anderes Haus als eine kleine Gemeinschaft, die sich sonntags in einem Saal sammelt. Dazu gehört auch die Frage, wie Vorbeifahrende oder Suchende das Haus wahrnehmen.
Welche Räume braucht ein freikirchliches Gemeindehaus?
Das ergibt sich aus dem Leben der Gemeinde, sonntags und unter der Woche. Neben dem Gottesdienstraum gehören meist ein Foyer als Treffpunkt und Räume für Kinder, Jugend und Gruppen dazu. Wie groß sie werden und wie sie zueinander liegen, klären wir Schritt für Schritt mit dem Bauausschuss.
Wir gehen sparsam mit den Flächen um (Suffizienz) und gestalten sie auch für unterschiedliche Aufgaben, sodass sie vielseitig genutzt werden können. Ein Saal lässt sich teilen oder mit dem Foyer verbinden und dient dann Feiern, Spiel, Bewegung und Lernen, für Jung und Alt. Ein Gruppenraum, der über ein Glasfeld mit dem Gottesdienstraum verbunden ist, wird sonntags zum Eltern-Kind-Raum.
Oberbergischer Kreis, erweitertFeG GummersbachNeuer Kirchraum für 450 Personen, im alten Gemeindehaus ein teilbarer Saal für Jung und Alt
Leipzig, neu gebautEFG LeipzigOffenes Erdgeschoss mit Café und Bücherstube, der Gottesdienstraum liegt darüber
Nordhessen, angebautFeG GudensbergGottesdienstraum am Gemeindehaus von 1951, 1. Preis beim Architekturpreis für freikirchliches Bauen 1998
Häufige Fragen
Kann eine Freikirche eine Gewerbehalle zum Gemeindehaus umbauen?
Ja, und das haben wir schon mehrfach geplant. In Bonn sind zwei ehemalige städtische Wagenhallen zum Gemeindezentrum der FeG geworden. In Gummersbach wurde aus einer Gewerbehalle und einem Bürotrakt der neue Foyer- und Gemeindehausbereich neben der neu gebauten Kirche. In Langenfeld sah unser Entwurf vor, die Gewerbehallen auf dem Grundstück umzunutzen und nur den Kirchraum neu zu bauen.
Was ist der Unterschied zwischen Kirchenbau und Gemeindehausbau?
Oft geht es um dasselbe Vorhaben. Landeskirchen sprechen eher von Kirchenbau, Freikirchen von Gemeindehausbau. Bei Freikirchen liegen Gottesdienstraum, Foyer und Gruppenräume häufig unter einem Dach, die Gemeinde bewohnt ihr Haus in stärkerem Maße mit allen Generationen, hat aber weniger bauliche und liturgische Festlegungen in der Gestaltung.
Wo hat die Taufe in einem freikirchlichen Gemeindehaus ihren Platz?
Je nach Taufverständnis und je nachdem, wie die Gemeinde die Taufe feiert, entwickeln wir den Tauf-Ort auch baulich in seiner Gestalt, Symbolik und Funktionalität.
Ihre Gemeinde plant einen Gemeindehausbau? Gern sprechen wir mit Ihrem Bauausschuss über das Vorhaben, unter 0221 33178-15 oder buero@nparch.de.