
Wer berät und plant den Umbau eines Bestandsgebäudes für ein Wohnprojekt?
Von Bettina Noesser und Reinulf Padberg, Architekten · Stand: November 2026
Noesser Padberg Architekten aus Köln beraten Wohnprojekt-Gruppen, Baugemeinschaften und Genossenschaften, die ein bestehendes Gebäude umbauen wollen, und planen den Umbau bis zur Bauausführung. Wir schauen uns das Haus mit der Gruppe an und beraten zu den Potentialen eines Gebäudes und den möglichen Optionen.
Was kann ein bestehendes Haus für ein Wohnprojekt bieten?
In vielen Gebäuden stecken Möglichkeiten, die erst beim zweiten Hinsehen zu entdecken sind. Ein Haus lässt sich qualitativ verbessern, erweitern, umstrukturieren oder anders nutzen, gerade für Gruppen, die gemeinsam wohnen wollen und kein freies Grundstück finden.
Ein altes Mietshaus mit kleinen Wohnungen kann wie geschaffen sein für Menschen, die suffizient (genügsam) wohnen wollen, mit so viel Fläche, wie sie wirklich brauchen. Auf Garagenhöfen oder Supermärkten sind Aufstockungen für Wohn- und Arbeitsräume möglich, die Abbruch oder weitere Bodenversiegelung vermeiden und neue Qualitäten fürs Quartier mitbringen können. Jedes Haus, das weitergenutzt wird, erspart einen Abriss, und Abriss und Neubau kann sich unsere Gesellschaft auf Dauer nicht mehr leisten.
Perlen finden, Schätze heben: unsere Beratung zu Gebäuden und Grundstücken
Wie beraten wir eine Gruppe, die ein bestehendes Haus umbauen will?
Wir begehen das oder die Gebäude sorgfältig und untersuchen die Substanz auf Schäden und Sanierungsbedarfe, schauen aber auch, welche Potentiale es für eine zukünftige Umnutzung bereithält und inwieweit es zu den Ideen, Wünschen und dem Entwicklungskonzept einer Baugruppe passt oder in Zukunft passend gemacht werden kann.
Wo Schäden erkennbar sind, klären wir die Ursachen, bei Bedarf mit Sachverständigen aus unserem Netzwerk. Reinulf Padberg hat sich zum Sachverständigen für Bauschäden weitergebildet, Bettina Noesser zur Baubiologin. Eine genaue Standort- und Immobilienanalyse im Bestand gehört zur Phase 0, bevor die eigentliche Planung beginnt.
Welche Gebäude haben Noesser Padberg Architekten für das Wohnen weiterentwickelt?
Unsere Projekte im Bestand reichen vom Mietshaus aus dem 19. Jahrhundert über denkmalgeschützte Innenstadt-Ensembles bis zu Konzepten für die Überbauung von Garagenhöfen oder dem „Urban Mining“, also dem Wiedereinbau abgebrochener Bauteile oder Materialien in einem Neu- oder Umbauvorhaben.
Region Unterelbe, in PlanungNeje BihuusGebäude von 1723 und 1898, behutsam weiterentwickelt und um einen Neubau für die Gemeinschaft ergänzt
Köln-Mülheim, saniertDreifensterhaus von 1898Zehn kleine Wohnungen in der alten Gebäudestruktur. Der Rohbau mit Holzlehmdecken, Dielen, Feldbrandstein-Fassade etc. blieb erhalten.
Aufstocken, KonzeptGaragenaufstockungGaragenüberbauung mit suffizienten Kleinwohnungen im bestehenden Quartier ohne zusätzliche Bodenversiegelung
Köln-Ehrenfeld, KonzeptAlpener StraßeUrban Mining – Neubau „mit“ Bestand durch Wiedereinbau der alten Abbruch-Materialien (Holz, Stahl, Ziegel) im neu erweiterten und verdichteten Genossenschaftsprojekt „Alpener Str.“ in Köln
Häufige Fragen
Kann ein Wohnprojekt auch in einem Denkmal entstehen?
Ja. Ein Denkmal lässt sich behutsam weiterentwickeln, wenn das Neue respektvoll zum Alten hinzukommt. An der Unterelbe planen wir so ein Haus für mehrere Generationen in Gebäuden von 1723 und 1898, mit einem Neubau in der Mitte.
Sollte eine Gruppe ein Haus vor dem Kauf mit einem Architekten ansehen?
Wir empfehlen es, denn bei einem gemeinsamen Rundgang zeigt sich, was das Haus kann und wo seine Schwächen liegen, und die Gruppe kann ihre Idee daran messen, bevor sie sich bindet.
Was bedeutet Nachverdichtung im Bestand?
Nachverdichtung heißt, auf einem schon bebauten Grundstück zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, etwa durch Aufstocken, Anbauen oder eine neue Nutzung bestehender Flächen. Auf Garagenhöfen sehen wir dafür viel Potenzial.
Ihre Gruppe denkt an ein bestehendes Gebäude? Gern sehen wir es uns gemeinsam an, bevor sich die Gruppe festlegt, unter 0221 33178-15 oder buero@nparch.de.